Emanzipationsirrungen

Sie putzen sich, sie schmücken sich,
sie werfen sich in Ketten,
sie wollen gelten, jede für sich,
und ihre Schönheit retten.
Nur leider die Natur - bleibt stur.  

Liebreiz und Grazie kennen sie nicht,
den Stolz der echten Königinnen,
mit männlich eingefärbter Stimme
machen sie sich Luft in ihrem Grimme.
So ist sie - stur die Natur.  

Der männliche Pendant hierzu,
kennt keine scharfe Lanze mehr,
er tändelt wankend hin und her,
und möchte nur noch seine Ruh.
Wider der Natur - bleibt er stur.  

Wo dreht sich nur die Erde hin ?
Der Geist verflogen, die Kunst verflüchtigt,
Männlein und Weiblein mischen sich,
ganz in Freiheit, ungezüchtigt.
In Natur - doch die bleibt stur.  

Und dann im reinsten Trieberausch,
vernehmen wir den Rollentausch.
Mann sucht Mann und Frau sucht Frau,
wer was - weiß man nicht genau.
Willst du das alles, du Natur ? -
doch diese lächelt nur.

.

.