Denke ich an die Institution Kirche - ach ! -
zwei Seelen schlagen in meiner Brust.
Die der Kunst und
die der Unkultur.

Die Biblisten wußten schon warum sie für  das Volk Gottes
als Symbol die Schafherde wählten.

Die Kreuzspinne von Rom

Seht nur wie sie leckt und bleckt,
sich verstellt, die Welt umgarnt,
kriechend und auch übelriechend
unter fremden Federn tarnt,
um Sympathie nur zu gewinnen,
unsern Herzen, unsern Sinnen,
uns in ihrem Netz zu fesseln,
sie, die Übelste der Spinnen.   

Kirchliche Aristokraten
schrittweis sich verdingten Macht,
und erließen Kirchgebote,
deren Mißacht man bedrohte;
Interdikt und Kirchenbann;
und im Kampf Mann gegen Mann
machtbesessen Kriege entbrannten,
gegen Kaiser und Tribun,
selbst die eignen Reih‘n und Banden
blieben nicht geschont vom Tun.
Mönchskutten bildeten Heere
kirchenpäpstlicher Kohorten,
schufen mit Gewalt zu ehren
Papstpersonen aller Orten.   

Kaiser - auf allen Vieren kriechend
küssten Papstpantoffelsohlen,
Gott, bei den Gregoriensöhnen,
gab es schließlich was zu holen,
denn durch päpstliche Approbation
erhielt man doch den Kaiserlohn.
Ursurbiert wurd Gottes Name,
ursurbiert der Heilige Geist,
ursurbiert wurd Jesus Christus,
und verfälscht so dreist und feist.   

Das Fußvolk wurde schnell entrechtet,
ausgeweidet, unterknechtet,
der Christusglaube domverbannt,
dafür prompt man dann erfand,
Höllengrund und Fegefeuer,
Zöllibiat und Ohrenbeichte,
und das Spinnenungeheuer
für den Gott sich selbst gereichte.  

Christgemeinden unverhohlen
Glaubensfreiheit wurd' gestohlen
und der Staat als Gnadenborn,
macht Pfaffen reich mit goldnem Korn.
denn die Macht, das Geld, das Geld,
war was Kirchenglaube hält,
ist was Kirchenglaube hält,
selbst in aufgeklärter Welt.  

Und auch in des Jenseits Welten
sollen Hierarchien gelten,
deshalb schaffte man im Eiligen
ein ganzes Heer von Kirchenheiligen.
So hat auch jenseits jedermann
gebührende Stellung - einen Rang.
Hier wird nicht brüderlich geschwestert
sondern nur dem Gott gelästert,
der ohne Anseh‘n der Person,
Gnade erteilt vor seinem Thron.   

Selbst Reliquien sind nur Tand
ohne jeden Unterpfand;
Pfaffen scheuen keine Untat,
taten selbst zum Phokas schleichen,
dass er mit ein bisschen Zurat
ging wie viele - über Leichen.
Fälschung, Diebstahl und selbst Mord,
bilden Kirchenfundamente,
war'n Dreifaltigkeit der Hort,
oh, Katholikenwelt-Legende!   

Und apostolische Sukzession
maßt Vollmacht sich vom Gottessohn,
zu achten Papst-Autorität,
des Übermenschen Majestät
Der Jugend gilt besondere Zucht,
dass ein jeglich frischer Geist,
sich erst gar nicht selbst versucht,
begreift, daß Papst Weltherrscher heißt.  

Entreißt die Kinder Schänderhänden,
lasst Euch von Blendern nicht mehr blenden,
hat diese Welt denn nicht genug,
von Krieg um Macht, und Lug und Trug?
Keinem irdischen Menschenleben
ward Gottesvollmacht je gegeben,
freien Glaubensgeist zu winden
und in Hierarchien zu binden.   

Narren gab‘s vor tausend Jahren
und es gibt sie immer noch,
und sie fühlen sich zufrieden
mit dem Glaubensfessel-Joch.
Der Dummen-Titel schreckt die Masse,
doch freiwillig in die Kasse
dieses Popen - Ungeheuer
zahlt sie Zehnt und Ablaß-Steuer.  

Gottgebot habt ihr vergessen,
seid dem Mammon aufgesessen,
er wird nicht lohnen, sondern strafen,
belassen Euch als Glaubens-Sklaven.
Gottes-Glaube kirchenrein
will nicht neue Knechtschaft geben,
er will uns vom Joch befrei’n,
jenseits? – Nein, in diesem Leben!
Behauptet freies Glaubensrecht!
Gott wollte keinen Geistes-Knecht -
er wollt den Geist befreien,
da mag die Spinne speien!

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